Foto: Andreas Fischer

Melsungen im Doppelpack

Der Bergische HC befindet sich in der DAIKIN-HBL mit zehn Punkten auf Rang 15. Das Polster auf die Abstiegsränge beträgt fünf Zähler, bis zum zwölften Platz ist es nur einer. „Oberstes Ziel bleibt natürlich der Klassenerhalt“, sagt Markus Pütz aus dem Trainerteam, das er zusammen mit Arnor Gunnarsson bildet. Deshalb gilt beim nun anstehenden Doppelpack gegen die MT Melsungen zunächst die volle Aufmerksamkeit dem Bundesligaspiel am Sonntagnachmittag um 16:30 Uhr in der Rothenbach-Halle Kassel, bevor er es dann am Donnerstag um 19 Uhr in der Wuppertaler UNIHALLE zum Pokal-Kracher gegen denselben Kontrahenten kommt.

Mit der jüngsten Entwicklung sind die beiden Trainer natürlich sehr einverstanden. Von den letzten sechs Pflichtspielen vor heimischer Kulisse gewann der BHC fünf und schaffte ein Unentschieden. Den ThSV Eisenach schlugen die Löwen, obwohl sie nicht auf jeder Position ihren Leistungszenit erreichten. „Es war kein schönes Spiel. Es gab viele technische Fehler“, räumt Arnor Gunnarsson ein. „Aber es war richtiger Abstiegskampf mit purem Kampf und Willen. Ein Lob an die Jungs, dass sie das so auf die Platte gebracht haben.“

So gewannen die Bergischen mit 27:26 gegen das Team ihres ehemaligen Trainers Sebastian Hinze. Viel Zeit zur Regeneration bleibt nicht, denn schon drei Tage später ist die Truppe bei der MT Melsungen in Kassel gefordert. „Wir haben am Samstag ein Abschlusstraining gemacht. Das muss in diesem Fall für alle reichen“, sagt Gunnarsson, der weiß, dass die Belastung der Spieler speziell mit der aktuellen Personalsituation genau geplant werden muss.

Immerhin: Zu den drei fitten Rückraumkräften Nico Schöttle, Sören Steinhaus und Johannes Wasielewski kommt nun auch Tomas Babak immer mehr hinzu. Hatte er in den ersten Partien nach seiner Verletzung nur etwa fünf bis zehn Minuten auf dem Feld stehen können, waren es gegen Eisenach schon fast 20. „Er macht auch ganz wichtige Tore“, sagt Markus Pütz. Dazu hat mit Lars Kooij auch der zweite Mann am Kreis dreifach getroffen und sich dabei keinen Fehlwurf erlaubt. „Er hat sich mehr Einsatzzeit verdient. Wir sehen ihn ja fast jeden Tag im Training.“

So selbstbewusst und erfolgreich die Mannschaft inzwischen auch auftritt, ist sie bei der MT Melsungen natürlich klarer Außenseiter. „Wir treffen auf eine massive, defensive 6:0-Abwehr“, betont Gunnarsson. „Nach einem nicht so guten Saisonstart mit vielen Ausfällen hat sich Melsungen stabilisiert.“ Mit 17:15-Punkten liegt die MT auf dem achten Platz, verlor zuletzt beim aktuell übermächtigen Spitzenreiter SC Magdeburg nach guter Leistung 27:31.

„Sie greifen oft mit dem siebten Feldspieler an – und sie haben natürlich Leute in ihren Reihen, die einfach sehr gut sind“, weiß Gunnarsson. Unfassbar schwierig zu verteidigen ist Dainis Kristopans. Der 2,15 Meter große, wuchtige Rückraum-Linkshänder zieht „zwei Leute auf sich und spielt den Ball dann weiter“. Zusätzlich können die Melsunger mit Amine Darmoul auf der Mitte auch auf einen temporeicheren Angriff umstellen. Im Tor verzeichnet der Club einen langfristigen Ausfall. Nebojsa Simic hat sich im April einen Kreuzbandriss zugezogen.

Während sich Gunnarsson, Pütz und die Mannschaft komplett auf das Liga-Auswärtsspiel fokussieren, wächst die Vorfreude im Bergischen Land derweil zusätzlich auf das Pokal-Viertelfinale nur vier Tage später. Am Donnerstag um 19 Uhr sehen sich der BHC und die MT Melsungen in der UNIHALLE wieder und versuchen, das begehrte Final-Four-Ticket zu ergattern. Für die Löwen wäre es die zweite Teilnahme in ihrer Geschichte. „Wir werden natürlich mit den Informationen des ersten Spiels arbeiten und sie in die Vorbereitung einfließen lassen“, sagt Pütz, der sich zunächst auf Teil eins des Melsungen-Doppelpacks freut.

Für das Viertelfinale im Pokal sind nur noch wenige Tickets im Online-Shop unter www.bhctickets.de verfügbar. Schnell zuschlagen, die UNIHALLE wird voraussichtlich ausverkauft sein.

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