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Foto: Andreas Fischer

BHC verpasst hauchdünn einen Punkt

Der Bergische HC hat gegen die Rhein-Neckar Löwen alles reingeworfen, stand in der zweiten Halbzeit kurz davor, das Spiel komplett auf seine Seite zu ziehen, musste sich zum Schluss aber doch geschlagen geben. Ein paar Fehler zu viel machten beim 26:27 (13:14) den Unterschied.

Die Stimmung war famos bei den knapp 2500 Zuschauern in der Wuppertaler Unihalle. Gerade hatte Johannes Wasielewski den Ball ins leere Tor der Rhein-Neckar Löwen zum 22:20 geworfen und damit einen 5:0-Lauf des BHC perfekt gemacht. Eine knappe Viertelstunde war noch zu spielen, und die Riesenchance war da, die Weichen entscheidend zu stellen. Doch es kam anders.

Zunächst hatten die Gastgeber Pech. Christopher Rudeck hielt frei, der Abpraller landete bei Jannik Kohlbacher, der die Mannheimer Torflaute beendete. Danach aber verloren die Bergischen den Ball in zwei Angriffen hintereinander, und in der Deckung sah Tom Bergner Rot für eine Abwehraktion gegen Haukur Thrastarson. Die Unparteiischen sichteten die Szene so lange im Videobeweis, dass durch die lange Unterbrechung ein klein wenig der Atmosphären-Stecker in der Unihalle gezogen wurde.

Die Gäste nutzten die Gunst der Stunde, übernahmen in der folgenden Überzahl die Führung und bauten diese unter etwas Mithilfe des BHC, der weitere technische Fehler einstreute, aus. Als das Match scheinbar schon aus der Hand glitt, setzten die Hausherren zu einer letzten Aufholjagd an. Julian Fuchs verkürzte, der starke Rudeck hielt einen Siebenmeter gegen Ketin Mahé. Auf der anderen Seite vergab Lars Kooij das mögliche 25:26, so dass Thrastarson wieder auf drei Tore Abstand stellte.

Dann sah auch noch Robert Timmermeister bei den Gästen Rot, Lukas Becher stellte auf 25:27, Gerdas Babarskas schaffte den Anschluss 21 Sekunden vor dem Ende. Der BHC versuchte alles, um noch einmal an den Ball zu kommen, doch die Mannheimer brachten das 27:26 auch dank einer letzten Auszeit ins Ziel.

Die Enttäuschung nach dem Schlusspfiff war sichtbar, doch die Mannschaft hatte alles gegeben und sich schon vor der Endphase von einigen Rückschlägen erholt. In der ersten Halbzeit warf sie knapp neun Minuten kein Tor. Aus einem 5:8-Rückstand machten Sören Steinhaus, Julian Fuchs, Lukas Becher, Tim Hilding und Fynn Hangstein wieder ein 10:10. Die Abwehr funktionierte, Rudeck trumpfte immer wieder mit Paraden auf.

Das galt allerdings genauso für David Späth bei den Rhein-Neckar Löwen. Auch er entnervte seine gegnerischen Feldspieler immer wieder. So stand der BHC unmittelbar nach der Halbzeitpause (13:14) kurz vor dem Ausgleich. Späth war gegen Becher und Hangstein zur Stelle, hielt wenig später auch noch gegen Wasielewski und Fuchs und hatte damit seinen Anteil am 18:14-Vorsprung seines Teams.

Beeindrucken ließ sich der BHC davon nicht. Im Gegenteil: Er setzte zu seiner besten Phase an, die ihn kurz auf die Siegerstraße brachte. Viel fehlte nicht, und er wäre darauf geblieben.

Löwengebrüll – Stimmen zum Spiel
Maik Machulla: „Es waren ein paar harte Tage für uns. Wenn man mit 0:4-Punkten in die Saison startet, fliegt der Ball nicht mehr ganz so locker. Deshalb sind wir sehr erleichtert. Ich finde, wir kommen sehr gut rein, finden in der Abwehr gute Lösungen, schaffen es aber in der ersten Halbzeit gar nicht, daraus Profit zu schlagen. Rudeck macht uns im Tor das Leben schwer, da waren auch viele freie Würfe dabei. Da fehlte uns die Ruhe vor dem Tor. Dadurch ist es eng bis zur Pause. In der zweiten Hälfte setzen wir uns auf vier Tore ab, geben es aber zu schnell wieder aus der Hand. Wir kriegen den siebten Feldspieler nicht verteidigt und finden auch im Angriff keine guten Lösungen mehr. Damit haben wir den Gegner in die Spur gebracht. Dann ist die Halle komplett da und der BHC präsent. Da hat die Mannschaft aber eine richtig gute Reaktion gezeigt. Das freut mich. Am Ende ist es glücklich. Ich bin froh, dass wir mit zwei Punkten nach Hause fahren.“
Markus Pütz: „Alles zu geben, heißt nicht immer, alles zu bekommen. Aber es ist die einzige Chance, etwas mitzunehmen. Die Jungs haben es in der Startphase sehr gut gemacht. Wir verteidigen ganz viel weg und bekommen die Schüsse, die wir haben wollen. Leider haben wir dann eine Phase, in der wir sieben Angriffe kein Tor machen – durch technische Fehler. Eigentlich müssen wir aus der ersten Halbzeit mit einer Führung gehen. Wir haben ein Spiel mit zwei sehr guten Torhütern. Da gibt es verschiedene Phasen. Wir kämpfen uns immer wieder zurück, zwei Mal minus drei, dann minus vier, führen dann mit zwei. Leider machen wir es danach in der einen oder anderen Situation zu hektisch. Deshalb ziehen wir das Spiel nicht. Ein Punkt wäre sicher verdient gewesen. Wir haben jetzt drei Niederlagen, können das aber gut einordnen. Die Woche wollen wir jetzt zur Regeneration nutzen und uns dann gut auf Erlangen vorbereiten. Früher oder später kommen die Punkte, denn wir sind nicht weit weg. Es ist jetzt schade.“
Fabian Gutbrod: „Wir machen ein gutes Spiel. Dass wir verloren haben, kann man auf die Chancenverwertung in Summe und am Ende auch fehlende Cleverness und etwas Pech herunterbrechen. Grundsätzlich ist es aber in allen Bereichen eine Leistung, mit der wir gut leben können. Wir schaffen es über lange Zeit, das auf die Platte zu bringen, wofür wir stehen wollen.“

Bergischer HC – Rhein-Neckar Löwen 26:27 (13:14)
Bergischer HC: Rudeck, Van der Merwe, Oberosler – Becher (4), Da Rocha Viana, Steinhaus (5), Hangstein (6/2), Schöttle, Babak, Hilding (1), Babarskas (2), Bergner (1), Kooij, Wasielewski (1), Fuchs (6), Püttmann. Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
Rhein-Neckar Löwen: Späth, Jensen – Timmermeister (1), Nothdurft, Lassen (2), Mierzwa (4), Steenaerts, Steinhauser (1), Seesing, Thrastarson (5/1), Mahé (3/3), Ciudad-Benitez, Baijens (7), Aspenbäck (1), Kohlbacher (3). Trainer: Maik Machulla
Schiedrichter: Jannik Otto und Raphael Piper
Siebenmeter: 2/3 – 4/6
Zeitstrafen: 3 – 5 (Fuchs, Babarskas, Kooij – Timmermeister (3), Steinhauser, Seesing)
Rote Karten: Bergner (49.), Timmermeister (59./dritte Zeitstrafe)

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