Die beste Nachricht des Sonntags blieb aus Sicht des Bergischen HC eine Verkündung vor Spielbeginn. Christopher Rudeck hat seinen Vertrag bis 2030 verlängert. Damit wird der Torhüter und Kapitän mindestens 15 Jahre am Stück das Löwen-Trikot tragen. Sportlich geriet die Partie gegen die Füchse Berlin trotz des aufbrandenden Jubels in der Mitsubishi Electric HALLE Düsseldorf nicht zu einem Leckerbissen. Der BHC verlor mit 26:37 (9:15) deutlich.
Dabei hatte es zwischendurch nicht danach ausgesehen, dass die Berliner mit einem Kantersieg nach Hause fahren würden. Zwar hatten die Gäste den besseren Start und profitierten von diversen vergebenen Sechs-Meter-Chancen der Bergischen, doch diese kamen wieder heran. Bis auf 8:10 verkürzten die Hausherren, hatten dann sogar zwei Mal den Ball zum möglichen Anschluss in der Hand. Aber Füchse-Keeper Lasse Ludwig, der seit der 13. Minute für den an der Hand verletzten Andreas Palicka zwischen den Pfosten stand, war bei den Würfen aus der Nahdistanz jeweils zur Stelle.
Was folgte, war eine schwache BHC-Phase von beinahe elf Minuten mit lediglich einem Treffer von Fynn Hangstein und diversen technischen Fehlern, durch die Berlin einfaches Spiel hatte. Die gute Abwehrleistung ging so beim 9:15-Rückstand zur Pause etwas unter. Die Berliner waren bereits auf Kurs. Nach der Halbzeit kämpfte sich der BHC noch einmal zurück ins Match. Johannes Wasielewski (2), Tom Bergner (2), Hangstein (2), Lukas Becher und Sören Steinhaus erzielte die Treffer auf dem Weg zum 17:20.
Näher allerdings ließen die Füchse ihren Gegner nicht aufkommen. Mathias Gidsel schraubte sein Torkonto noch auf elf hoch, die in der ersten Halbzeit noch ordentliche Löwen-Deckung fand keinen Zugriff mehr. Die Gegenwehr der Gastgeber wurde auch spür- und sichtbar geringer.
Immerhin kam Gabriel da Rocha Viana zu seinem ersten Bundesliga-Treffer. Der Linksaußen übernahm in der Schlussphase für Lukas Becher. Auch Nico Schöttle spielte wieder etwas mehr. Der klare Ausgang der Begegnung war jedoch längst besiegelt.
Löwengebrüll – Stimmen zum Spiel
Nicolej Krickau: „Elf Tore Unterschied fand ich schon viel. Es war deutlich, dass wir in der Anfangsphase die Voraussetzungen in der Abwehr geschaffen haben, um die Kontrolle zu bekommen. Aber wir sehen auch, dass uns die defensive Abwehr des BHC viele Probleme gemacht hat. Wir haben den Abstand und die Lücken nicht gefunden, aber zum Glück hatten wir zwei gute Torhüter-Leistungen und eine weitgehend stabile Deckung. Unser Gefühl war, dass wir mit Geduld das Spiel gut steuern zu können. Wir sind sehr zufrieden mit den zwei Punkten.“
Markus Pütz: „Wir waren nicht bereit, das auszustrahlen, wofür wir eigentlich stehen wollen. Wir hatten die Füchse nicht bei 100 Prozent hier, so dass wir uns auch etwas versprochen haben. Wir verpassen es, bei 8:10 den Anschluss herzustellen. In der zweiten Halbzeit haben wir noch mal eine Chance, auf zwei Tore ranzukommen. Das war aber heute keine Mannschaft, die daran geglaubt hat, die Zuschauer mitzunehmen und Emotionen zu zeigen. Da geht es gar nicht um die Füchse, sondern grundsätzliche Dinge, die wir ausstrahlen wollen. Das war im Vergleich zu den ersten Spielen mit vielen knappen Niederlagen nicht schön, weil wir am Ende mit elf Toren verlieren und ein bisschen auseinanderfallen. Keiner hat sich mehr dagegengestemmt. Für die Füchse war es einfach, kontinuierlich wegzuziehen. Das ist nicht zufriedenstellend. Unter der Woche müssen wir gegensteuern, weil keiner als emotionaler Leader auf dem Feld vorangeht. Das tut weh. Und es tut mir auch für die Zuschauer leid, weil wir uns nicht so präsentieren, dass wir die Halle mitnehmen. Das war einfach nicht gut heute. So kommen wir nicht für Punkte infrage.“
Fabian Gutbrod: „In der ersten Hälfte beginnen wir zu zaghaft, sind dadurch ineffektiv und auch zu fahrig. Das kriegen wir dann irgendwann in den Griff, schmeißen es aber vor der Pause wieder weg. Es liegt nur an uns, dass wir mit minus sechs in die Pause gehen. Wir verpassen es auch in der zweiten Halbzeit durch unsere Fehler, dass es ein enges Spiel werden könnte. Nach gut 45 Minuten ist das Ding dann durch, und es ist ab diesem Moment bis zum Ende einfach viel zu wenig von uns. Da geht es nicht mehr ums Gewinnen oder Verlieren, sondern einfach darum, wie wir uns präsentieren wollen. Das war einfach schlecht. Die Füchse machen für ihre Verhältnisse kein tolles Spiel, und wir bringen es nicht einmal seriös zu Ende.“
Bergischer HC – Füchse Berlin 26:37 (9:15)
Bergischer HC: Rudeck, Van der Merwe – Becher (3), Da Rocha Viana (1), Steinhaus (3), Hangstein (7/5), Hilding, Schöttle, Babak, Babarskas, Bergner (3), Kooij (1), Wasielewski (6), Bjerneld, Fuchs (2), Püttmann. Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
Füchse Berlin: Ludwig, Palicka – Darj (1), Prantner (4), Simak, Arino (3), Gröndahl (10/5), Gidsel (11), Freihöfer, Pichiri, Langhoff (5), Zaepfel (2), Kusche (1), West av Teigum, Marsenic. Trainer: Nicolej Krickau
Schiedsrichterinnen: Sophia Janz und Rosana Sug
Siebenmeter: 5/5 – 5/6
Zeitstrafen: 1 – 1 (Schöttle – Marsenic)