Vor knapp einem Jahr traf Johannes Wasielewski im letzten Angriff zum 29:29 beim VfL Gummersbach. Es war ein unerwarteter Punkt für den BHC, der auch in dieser Saison als Außenseiter ins Bergische Derby geht. Am Sonntag (16.30 Uhr) findet das Bundesligaspiel in der Schwalbe-Arena statt. Nur noch wenige Resttickets sind verfügbar.
Der VfL Gummersbach ist mit 5:5-Punkten ordentlich, aber nicht grandios in die Saison gestartet. „Sie hatten auch ein Hammer-Programm“, sagt BHC-Trainer Markus Pütz. So unterlagen die Oberbergischen dem Deutschen Meister SC Magdeburg mit 31:33, und auch bei Pokalsieger Füchse Berlin verloren sie 28:33. Bei den Rhein-Neckar Löwen und der HSG Wetzlar gewann die Mannschaft von Coach Gudjon Valur Sigurdsson, gegen die MT Melsungen sprang beim 31:31 ein Punkt heraus.
Die Gummersbacher haben im Vergleich zur Vorsaison einen sehr prominenten Spieler verloren. Julian Köster wechselte zum THW Kiel. Sein Nachfolger im linken Rückraum ist Nikola Roganovic. Der Schwede etablierte sich in den ersten fünf Spielen bereits als erfolgreichster VfL-Torschütze mit 38 Treffern, zwölf davon per Siebenmeter. Bester Werfer aus dem Feld ist Positionskollege Miro Schluroff mit 36 Erfolgserlebnissen.
Einen herausragenden Zugang hat der VfL im rechten Rückraum. Alex Dujshebaev kam aus Kielce, war kurz angeschlagen, stand zuletzt aber wieder auf der Platte. „Ein sehr cleverer Spieler“, sagt Arnor Gunnarsson, Trainer-Partner von Markus Pütz. Im Tor ersetzte Ignacio Biosca Garcia den nach Magdeburg gegangenen Dominik Kuzmanovic. Erste Wahl zwischen den Pfosten ist bisher aber Bertram Obling, der eine Fangquote von knapp 30 Prozent aufweist.
Zwei Handballer stehen dem VfL voraussichtlich nicht zur Verfügung: Rückraum-Rechtshänder Tom Kiesler und Rückraum-Linkshänder Teitur Einarsson. „Wir sind natürlich trotzdem Außenseiter, versuchen aber alles“, sagen die BHC-Trainer und hoffen auf die ersten beiden Punkte in der neuen Saison. Die Personalsituation bleibt weitgehend unverändert. Neuzugang Janik Schrader hat in dieser Woche zwar wieder vorsichtig trainiert, mit einem Einsatz in Gummersbach ist allerdings nicht zu rechnen. Torhüter Louis Oberosler wird aufgrund eines Nationalmannschaftslehrgangs von Österreich nicht dabei sein.
Während der VfL Gummersbach unter der Woche in der zweiten Rundes des DHB-Pokals gefordert war und 38:28 beim Dessau-Roßlauer HV gewann, hat sich der BHC, der als Pokal-Vize erst im Achtelfinale einsteigt, in Ruhe vorbereitet. „Ein Thema waren die technischen Fehler“, erläutert Pütz. Beim 26:37 gegen die Füchse Berlin leisteten sich die Bergischen laut offizieller Statistik erneut 14 Stück davon. Um die Zahl zu reduzieren setzen die Trainer auf eine Vereinfachung der Struktur. „Gerade wenn die erste Idee nicht funktioniert, haben wir den Ball in der zweiten Aktion oft weggegeben. Wir haben mehr Klarheit geschaffen, auf welche Abläufe wir dann setzen.“
Eine Verbesserung wollen die Trainer auch in Bezug auf das Energielevel der Mannschaft sehen. „Es kann nicht sein, dass wir uns aufgeben, wie das gegen Berlin geschehen ist. Wir müssen auch mit der Tordifferenz verantwortungsvoll umgehen und dürfen das Spiel nicht einfach auslaufen lassen“, betont Pütz.
Nach dem Derby in Gummersbach geht der BHC in eine sehr intensive Phase. Am Mittwoch (20.45 Uhr) steht die Premiere in der European League bei Tatran Presov an, zwei Tage später geht es in der Bundesliga bei HBW Balingen-Weilstetten weiter. Eine Herausforderung wird daher die Belastungssteuerung. Umso wichtiger, dass in Zeb Bjerneld seit vorigem Sonntag ein Neuzugang dabei ist. „Wir haben ihn in dieser Woche näher an unser Spielsystem gebracht“, sagt Arnor Gunnarsson. „Er wird uns helfen.“