Der Bergische HC hat im Kampf um einen Aufstiegsplatz elf Spieltage vor Schluss sieben Punkte Vorsprung. Dabei soll es auch am Mittwochabend (19 Uhr, Schänzle-Sporthalle) bleiben, wenn die Löwen beim Letzten der 2. Handball-Bundesliga zu Gast sind. Vor der HSG Konstanz ist der BHC aber gewarnt. Zuletzt spielte die Mannschaft vom Bodensee befreit auf und holte ihre ersten Punkte.
In der gesamten Hinrunde gab es für die HSG Konstanz nichts zu holen. Das Team lag ohne Zähler abgeschlagen am Tabellenende. Die Lage im Kampf um den Klassenerhalt ist bei 16 Punkten Rückstand zwar weiterhin nahezu aussichtslos, doch kürzlich gelangen der Mannschaft Erfolgserlebnisse. Dem ersten Unentschieden bei den Eulen Ludwigshafen (27:27) folgte zu Hause der erste Sieg über den VfL Lübeck-Schwartau (29:28). Ein weiteres Remis schaffte die Truppe beim 32:32 gegen den HSC 2000 Coburg, bevor sie am vergangenen Freitag nur knapp mit 30:31 in Dormagen verlor.
„Die Konstanzer haben einfach nichts mehr zu verlieren. Und genau so spielen sie auch“, sagt Arnor Gunnarsson. Deshalb rechnen der Isländer und sein Trainer-Partner Markus Pütz auch nicht mit einer leichten Aufgabe am Mittwochabend. „Wir können es uns nicht leisten, das Spiel locker angehen zu lassen. Wir brauchen 100-prozentigen Fokus“, betont der Coach. Nur dann könne sich die höhere Qualität, die Tabellenführer BHC zweifellos hat, auch auf der Anzeigetafel widerspiegeln.
Die beiden 32:27-Siege in den Topspielen bei GWD Minden und gegen den TV Hüttenberg haben das Selbstvertrauen des BHC-Teams weiter gestärkt. In der Rückrunde ist die Mannschaft insgesamt noch verlustpunktfrei. Einen Ausblick Richtung Aufstieg wagt Gunnarsson deshalb noch lange nicht: „Mein Kopf ist nur in Konstanz. Wir machen es ganz klassisch von Spiel zu Spiel.“
Die Zufriedenheit ist beim Coach selbstverständlich gerade groß. „Bis auf zehn Minuten in der zweiten Halbzeit, als wir gegen die für uns überraschende 4:2-Deckung Probleme hatten, war das gegen Hüttenberg ein gutes Spiel von uns“, betont Gunnarsson. „Am Ende haben wir das wieder gut gemacht mit einem starken Christopher Rudeck im Tor. Aber auch Arnor Vidarsson hat uns in der Phase geholfen, als wir ihn im rechten Rückraum gebracht haben.“
Der Isländer war die vierte Option auf dieser Position. Um Alternativen könnte es auch in Konstanz gehen – zumal nur drei Tage und lediglich eine Trainingseinheit zwischen den beiden Partien liegen. „Wir müssen clever wechseln und die Belastung der Spieler im Auge behalten“, sagt Gunnarsson gerade mit Blick auf die, die viele Minuten auf dem Feld gestanden haben: Eloy Morante Maldonado, Tomas Babak, Gerdas Babarskas und Aron Seesing sind beispielsweise gemeint. „Ihnen sollten wir auch etwas Luft verschaffen.“
Auch eine gute Belastungssteuerung trägt schließlich dazu bei, das Verletzungsrisiko zu verringern. Bis auf Robin Granlund (Kreuzbandriss) dürfte die komplette Mannschaft in Konstanz zur Verfügung stehen. Bei der HSG befanden sich zuletzt einige Spieler in guter Form. Felix Sproß gehörte bei allen Punktgewinnen zu den Haupttorschützen. „Das ist schon ein guter Zocker“, meint Gunnarsson, der auch Torhüter Konstantin Poltrum zu den Leistungsträgern zählt.