Christopher Rudeck beim Jubeln
Foto: Andreas Fischer

AUF DER SUCHE NACH DEM ERFOLGSERLEBNIS

Der Bergische HC befindet sich mitten im Abstiegskampf der LIQUI MOLY HBL. Mit jeder Niederlage wird der Erfolgsdruck für den Tabellen-16. etwas höher. Ob am Donnerstagabend der erste Sieg des Jahres gelingt? Die Löwen sind um 19 Uhr in der QUARTERBACK Immobilien ARENA zu Gast und treffen dort auf den SC DHfK Leipzig, der als 15. nur zwei Zähler mehr auf der Habenseite hat.
„Es kann schon sein, dass uns der eine Sieg fehlt, um etwas befreiter aufzuspielen“, sagt Trainer Jamal Naji auch angesichts dreier verlorener Endphasen hintereinander. Gegen den THW Kiel, bei der MT Melsungen und zuletzt gegen die TSV Hannover-Burgdorf gaben die Bergischen die Spiele durch Fehler in den letzten zehn Minuten aus der Hand, nachdem sie sich zuvor in eine sehr gute Position gebracht hatten. „Ich glaube aber nicht , dass wir weniger intensiv in irgendwelche Situationen hineingehen – vielleicht ist es eher manchmal zu wild.“

Nahezu sicher ist, dass Schlussphasen mit vielen Fehlern nicht hilfreich für das Selbstvertrauen des Teams sind. Nach sechs Liga-Niederlagen in Folge würde ein Erfolgserlebnis aktuell wohl den größten Schub bringen. Immerhin: Es ist zuletzt jeweils gelungen, eine gute Basis zu legen. „Wir haben über weite Strecken gut verteidigt und hatten mit Christopher Rudeck einen starken Torhüter dahinter“, sagt Naji, wenn er über das jüngste 26:29 gegen Hannover spricht. In den Partien zuvor war es ähnlich.

So ist diese Stärke natürlich auch eine Voraussetzung, um in Leipzig die Aussicht auf einen Sieg zu haben. „Wir haben in der Abwehr des SC DHfK Dinge gefunden, die wir angreifen wollen“, zeigt sich Naji auch im Angriff zuversichtlich. Im Hinspiel lief es eigentlich sehr gut für die Löwen – damals kostete eine sehr unglückliche Schlussphase den doppelten Punktgewinn. Am Ende hieß es in der Unihalle 31:31. „Ich bin schon mit dem Bewusstsein aus dem Spiel gegangen, einen Punkt verloren zu haben“, sagt Naji über das Match am 23. November.

Danach haben beide Mannschaften übrigens nur noch ein Mal gewonnen. Leipzig schlug den HC Erlangen 20:19, Der BHC behielt mit 33:28 gegen den TVB Stuttgart die Oberhand. „Vermutlich liegen auch die Leipziger hinter den eigenen Erwartungen zurück – gerade, wenn man den Kader sieht“, meint der BHC-Trainer. Matej Klima absolviert eine starke Saison, Viggo Kristjansson und Franz Semper sind beide starke Linkshänder. Dazu ist Spielmacher Luca Witzke wieder fit. Zwischen den Pfosten ist Domenico Ebner mit einer Fangquote von 31,5 Prozent ein sehr guter Rückhalt.

„Es ist fast egal, wer auf uns zukommt in unserer Situation: Wir fahren dahin, um zu gewinnen“, lässt Jamal Naji keinen Zweifel an der Devise aufkommen. Die Vorzeichen allerdings sind eher ernüchternd. Nicht nur fallen mit Elias Scholtes, Aron Seesing und Tom Kare Nikolaisen drei schon lange verletzte Handballer aus.

Tim Nothdurft fehlt mit einer Augenentzündung ebenfalls, und nun konnte auch noch der andere Linksaußen, Noah Beyer, in dieser Woche erkrankt nicht trainieren. Dazu hat Djibril M’Bengue Knieprobleme, die ihn schon gegen Hannover zumindest für den Angriff außer Gefecht gesetzt haben. „Bei Noah und Djibi habe ich noch etwas Hoffnung, aber groß ist sie nicht“, sagt Naji, der demnach das Vertrauen in Tobias Schmitz (Linksaußen) und Grega Krecic (Rückraum rechts) setzt.