Alles rund läuft bei der MT Melsungen in dieser Saison noch nicht. Zum Beispiel verloren die Nordhessen am Mittwoch in der Champions League beim HBC Nantes mit 25:33. Und auch in der Bundesliga hat die Mannschaft von Roberto Garcia Parrondo auswärts noch nicht gewonnen. Doch in der heimischen Rothenbach-Halle präsentiert sich die Truppe bisher makellos, so dass der Bergische HC am Samstagabend (20 Uhr) krasser Außenseiter ist.
In der Rothenbach-Halle schlug die MT Frisch Auf Göppingen, den TVB Stuttgart und die TSV Hannover-Burgdorf souverän. Ganz besonders bemerkenswert war aber der Sieg über den SC Magdeburg vor knapp einem Monat. Der amtierende Deutsche Meister unterlag mit 34:37 – es sind bislang die einzigen beiden Minuspunkte auf dem Konto des SCM.
„Melsungen ist eine Spitzenmannschaft“, sind sich die BHC-Trainer Arnor Gunnarsson und Markus Pütz einig. „Sie sind auch völlig verdient in der Champions League.“ Eine große Stärke der Mannschaft ist die defensiv ausgerichtete Abwehr mit Torhüter Nebojsa Simic dahinter. „Die MT ist körperlich sehr präsent“, weiß Gunnarsson. „In dem Bereich sind sie ganz sicher eines der besten Teams der Liga.“
Einziges Manko aktuell ist der Ausfall von Dainis Kristopans. Der 2,15 Meter große Linkshänder hat sich eine Knieverletzung zugezogen und fällt aus. Dafür ist Nikolaj Enderleit wieder zurück und hat in seinen ersten beiden Spielen sieben Tore und vier Assists erzielt. „Ansonsten hat Melsungen keine Ausfälle“, sagt Pütz.
Beim BHC ist die personelle Lage angespannter. Fynn Hangstein hat am Dienstag in der European League erkältet gespielt, Lars Kooij mit Rückenproblemen. Während Hangstein am Donnerstag trainiert hat, musste Kooij die Einheit abbrechen. Sören Steinhaus fehlte nun ebenfalls erkrankt, Nico Schöttle ist angeschlagen, und Gabriel da Rocha Viana, der gar nicht erst nach Zagreb mitgeflogen war, konnte noch nicht wieder ins Training einsteigen. „Dazu fehlt uns mit Gerdas Babarskas natürlich weiterhin der Abwehrchef“, betont Pütz.
Der Litauer hat nach gut überstandener Not-OP aufgrund eines Blinddarmdurchbruchs weiterhin Sportverbot. „Wie sehr wir ihn vermissen, haben wir am Dienstag auch gespürt“, sagt Pütz. Bei MRK Sesvete unterlagen die Bergischen relativ sang- und klanglos mit 31:37. „Ein Spiel, für das wir einfach nicht bereit waren“, wie Gunnarsson es beschreibt. „Gerdas ist auch jemand, der Emotionen reinbringt. Auch das hat uns gefehlt.“
Der BHC möchte den etwas ernüchternden Auftritt hinter sich lassen und nun den vollen Fokus auf die Liga richten. „Da müssen wir die wichtigen Punkte holen“, meint Pütz. Am liebsten natürlich schon am Samstag – trotz der klaren Außenseiterrolle. „Wir hoffen, dass noch ein paar Spieler fit werden. Sonst stellt sich das Team von alleine auf.“ Sicher ist, dass neben Babarskas und dem langzeitverletzten Yannick Fraatz auch der kürzlich verpflichtete Zeb Bjerneld nicht dabei ist. Pütz: „Er hat eine Prüfung in Schweden. Dass er am Wochenende in der Heimat ist, war vorher schon so abgesprochen.“