Tomas Babak kämpft sich gegen Ýmir Örn Gíslason durch und zieht Richtung Tor.

DIE NÄCHSTE NIEDERLAGE

Auch im Nachholspiel bei den Rhein-Neckar Löwen gab es für den Bergischen HC nichts zu holen. Beim 29:35 (16:19) stimmte die Angriffsleistung oft, doch in der zweiten Halbzeit kosteten Ballverluste und daraus resultierende Mannheimer Gegenstöße die kleine Chance. Zuvor hatten die Gastgeber fast jede Wurfchance nutzen können.
Eine Torwartparade stand nach 30 Minuten auf dem BHC-Konto. Peter Johannesson hatte zwischen den Pfosten begonnen, nach 13 Minuten übernahm Christopher Rudeck und entschärfte zumindest einen Wurf. Davon abgesehen landete jeder Versuch der Rhein-Neckar Löwen im Netz. Die Abwehr agierte zwar nicht herausragend, hatte aber doch einige Würfe kreiert, die in den Fängen der Schlussleute hätten landen dürfen.

Auf der anderen Seite des Feldes kamen die Bergischen recht einfach zu 16 Toren. Mit Ausnahme einer Phase griffen die Gäste recht gefällig an und trafen aus vielen Positionen. Anspiele an den Kreis gelangen, Tomas Babak machte in Abwesenheit seiner kurzfristig verletzten Positionskollegen, Linus Arnesson (Daumenverletzung) und Eloy Morante Maldonado (Reizung der Plantarfaszie unter dem Fuß), einen ordentlichen Job im Rückraum.

Nach Wiederbeginn gelangen durch Rudeck zwar ein paar Torhüter-Paraden mehr, doch in einer Phase verloren die Bergischen reihenweise Bälle, so dass die Mannheimer leichtes Spiel hatten und per Gegenstoß bis auf 30:21 davonzogen. Damit war die Partie entschieden, obwohl die Bergischen das Ergebnis noch ein bisschen verbesserten. Immerhin schafften sie vier Tore in Serie. Grega Krecic traf in der Schlussphase noch vier Mal, doch das 29:35 bedeutete trotzdem, dass die Niederlagen-Serie des BHC in der LIQUI MOLY HBL auf zwölf Spiele anwuchs.

LÖWENGEBRÜLL – STIMMEN ZUM SPIEL
JAMAL NAJI: „Ich finde, es ist ein ganz komisches Spiel gewesen. Das Spielniveau war nicht außerordentlich gut. In die Halbzeit dürfen wir nicht mit minus drei gehen, weil wir dafür zu gut verteidigen. Wir schaffen es eigentlich, die Rhein Neckar Löwen überwiegend zu den Würfen zu bewegen, die wir wollen. Alles in allem läuft es in den ersten 30 Minuten gut. Nur das Gefühl, dass wir mit drei hinten liegen, ist für mein Empfinden nicht richtig. Dann geht es in die zweite Halbzeit und ziehen die Löwen schnell davon. Sie kommen in ihre erste Welle, wir nicht in unseren Rückzug und dann ist gefühlt so ein bisschen die Messe gelesen. Bei 30:26 hatte ich noch einmal Hoffnung, aber uns unterläuft dann ein kolossaler Fehler, der so nicht passieren darf. Vielleicht hätten wir sie noch einmal zum Nachdenken kriegen können, aber alles in allem ist es insbesondere aufgrund der zweiten Hälfte ein verdienter Sieg für die Löwen.“
SEBASTIAN HINZE: „Gerade zu Beginn sehe ich zwei Mannschaften, die viele Tore machen. Beim Stand von 9:9 nach gut 12 Minuten hatten wir schon einige Fehler in unserem Spiel und haben ein bisschen Glück, dass der BHC im Tempospiel auch ein, zwei Bälle liegen lässt. Sie machen es wirklich gut zu Beginn, erzeugen immer wieder Druck über den Innenblock und finden ihre Lösungen im Positionsangriff. Anfang der zweiten Halbzeit haben wir das besser in den Griff bekommen und ziehen dann über eine gute Angriffsleistung weg. Wir sind sieben, acht Tore vor und dann habe ich – und das ist das Wichtige heute – uns heute auch mal wieder auf dem Feld lächeln sehen. Wir haben uns viel erkämpft in den letzten Wochen. Und klar kommen wir gegen Ende auch wieder in eine Phase, wo es nicht so gut läuft. Für mich zählt aber, dass wir die zwei Punkte behalten. Den Punkten, denen wir hinterherlaufen, werden wir wohl auch bis zum Ende hinterherlaufen. Und trotzdem: Wir wollen so viele Punkte holen, wie geht und die zehn Minuten, wo die Jungs auf der Platte heute frei waren und gelächelt haben, ausbauen.“
JÖRG FÖSTE: „Es war nicht allein das klare Minus auf der Torhüterposition, das zur heutigen klaren Niederlage führte. Aber es war ohne Frage der Hauptgrund. In unserer Situation benötigt man vor allem in den ersten 15, 20 Minuten spürbaren Rückhalt zwischen den Pfosten. Das Gegenteil war der Fall.“

RHEIN-NECKAR LÖWEN – BERGISCHER HC 35:29 (19:16)
RHEIN-NECKAR LÖWEN: Appelgren, Späth, Birlehm – Kirkelokke (3), Jacobsen, Knorr (10/1), Móré (4), Jensen (2), Groetzki, Forsell Schefvert (2), Reichmann (9/3), Gislason, Lindenchrone (1), Zacharias, Kohlbacher (4). Trainer: Sebastian Hinze
BERGISCHER HC: Rudeck, Johannesson – Beyer (4/2), Nothdurft (3), Andersen (4), Stutzke (4), Babak (1), Ladefoged (4), Doniecki, M´Bengue (2), Krecic (4), Fraatz (2), Persson (1). Trainer: Jamal Naji
SCHIEDSRICHTER: Thomas Kern und Thorsten Kuschel
SIEBENMETER: 4/6 – 2/4
ZEITSTRAFEN: 2 – 2 (Jacobsen, Lindenchrone – Ladefoged, Stutzke)