Yannick Fraatz im direkten Duell mit Simon Gade.
Foto: Andreas Fischer

MIT HEIMVORTEIL ZUM BEFREIUNGSSCHLAG?

Der Bergische HC benötigt im Kampf um den Klassenerhalt in der LIQUI MOLY HBL dringend ein paar Punkte. Nach zwei bis auf die Schlussphasen guten Auftritten gegen den THW Kiel und die MT Melsungen kommt am Samstagabend (19 Uhr) die TSV Hannover-Burgdorf in die Unihalle nach Wuppertal. Ein Sieg ist das Ziel, wenn die Niedersachsen auch gerade eine der spannendsten Mannschaften Liga sind.
So hat die TSV auf am vorigen Wochenende den SC Magdeburg geschlagen und damit eine bemerkenswerte Serie gestoppt. Der amtierende Champions-League-Sieger hatte wettbewerbsübergreifend 30 Spiele in Folge nicht verloren. „Hannover hat sich auch von Rückständen nicht beirren lassen“, sagt BHC-Trainer Jamal Naji. „Sie haben die Ruhe bewahrt, immer dran geglaubt und es am Ende überzeugend gemacht.“ Per Kempa-Trick fiel das entscheidende Tor zum 28:27.

„Mir imponiert es, wie sich Hannover unter Christian Prokop entwickelt hat“, meint Naji. „Sie spielen eine sehr spannende, sehr aktive Abwehr, die aus der 6:0-Variante heraus mit unterschiedlichen System agiert – jeweils in Abhängigkeit der Auftakthandlungen des Gegners.“ Dazu sei die erste Welle extrem stark. „Wir müssen sehr gut in den Rückzug kommen. Das ist klar“, sagt der Coach, der Hannover im dritten Jahr unter Prokop noch stabiler findet als zuvor.

Ein Geheimnis des Erfolgs sei die Kaderbreite. „Sie können viel wechseln, haben dabei kaum Qualitätsunterschiede, aber immer frische Beine auf dem Feld“, betont der Coach. Umso bitterer dürfte aus Hannoveraner Sicht die jüngste Niederlage in der European League bei den Rhein-Neckar Löwen gewesen sein. Die Gastgeber gewannen 27:26. „Allerdings hatte David Späth im Tor der Rhein-Neckar Löwen 14 Paraden mehr als Hannover. Das ist natürlich ein Faktor.“

Ob die Niedersachsen mit dem Schwung des Sieges über Magdeburg oder dem Frust der Niederlage zwei Tage später anreisen? Letztlich zählen für den BHC vor allem zwei Punkte, die im Vergleich zu den ersten beiden Pflichtspielen des Jahres gegen Kiel und Melsungen im Heimspiel gegen Hannover natürlich etwas wahrscheinlicher sind. „Ich hoffe, es ist richtig was los in der Halle. Das hilft uns sehr“, sagt Naji. 7:3-Punkte hat der BHC in dieser Saison bisher in der Unihalle geholt.

Außerdem ist der 37-Jährige vom Aufschwung überzeugt: „Wir haben bei der MT Melsungen 55 Minuten einen gut aufgebauten Positionsangriff gespielt. In der Abwehr hatten wir Defizite in der Höhe gegen Kristopans, und Balenciaga hat uns auch Probleme gemacht. Am Schluss hat ein ausgeruhter Jonsson unseren sehr müden Innenblock auseinandergenommen.“ Das Positive sei, dass man erneut gegen ein Topteam mitgehalten habe. „Das wollen wir mitnehmen.“

Und die Chance, dass die Löwen in der Endphase noch etwas mehr Kraft haben, ist groß. Antoni Doniecki hat am Montag nach überstandenem Bänderriss das Training aufgenommen. Der Winter-Neuzugang wird am Samstag also das erste Bundesligaspiel seiner Karriere bestreiten. „Er ist ein Entlastungsspieler, der uns in jeder Halbzeit ein paar Minuten geben kann“, freut sich der Trainer, der auf seine anderen drei verletzten Handballer allerdings noch etwas länger verzichten muss. Elias Scholtes (Fußverletzung), Tom Kare Nikolaisen (Rücken-OP) und Aron Seesing (Schulter-OP) befinden sich noch in der Reha.

Tickets für die Unihalle sind noch im ONLINE-SHOP sowie an der Abendkasse verfügbar. Das gilt nur für das Spiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf. Das Derby gegen den VfL Gummersbach zwei Wochen später ist bereits ausverkauft.