Mit 29:34 (18:21) verlor der Bergische HC gegen die SG Flensburg-Handewitt. Während das Ergebnis gegen ein absolutes Topteam der Handball-Bundesliga nicht überraschend ist, herrschte nach dem Schlusspfiff Unzufriedenheit. Grund dafür waren die schlechten Auftaktphasen in beiden Spielhälften.
Nach knapp zehn Minuten lagen die Gastgeber bereits 0:6 hinten. Zahlreiche Fehlwürfe und ein paar Ballverluste hatten zum Fehlstart geführt, den die Mannschaft in der Folge wiedergutmachte. So erzielte der BHC bis zur Halbzeitpause 18 Treffer und verkürzte zwischendurch auf 14:16. Fynn Hangstein agierte in diesen extrem überzeugenden 20 Minuten sehr stark und erzielte den Großteil seiner insgesamt zehn Tore. Kurz vor der Pause machte auch Johannes Wasielewski, der im rechten Rückraum aufgrund der Fußverletzung von Janik Schrader weiter auf sich alleine gestellt war, wichtige Treffer.
Ein paar Mal schien sogar eine Wende möglich zu sein, doch in diesen Momenten bestraften die Flensburger kleinere BHC-Fehler konsequent. So blieb es aus BHC-Sicht immer bei einem knappen Rückstand, aber die Mannschaft war im Spiel. Das 18:21 zur Halbzeit sorgte für gute Stimmung bei den 2541 Fans in der Wuppertaler Unihalle. Es herrschte Optimismus. Sogar eine Wende schien denkbar zu sein.
Doch wie in der ersten Hälfte kamen die Löwen schwach aus der Kabine. Diesmal dauerte es zwar nur fünf statt zehn Minuten bis zum ersten Treffer, doch bis zur 50. Minute gelangen nur vier Stück. An eine Aufholjagd war daher nicht zu denken. Selbst eine überragende Torhüter-Leistung von Christopher Rudeck genügte nicht, um das Spiel spannend zu machen. Bis zum Schlusspfiff hielt der Keeper zwölf Bälle und hatte eine Paradenquote von 46 Prozent.
Trotzdem kamen die Gastgeber zu keinem Zeitpunkt mehr für Punkte infrage. Die Flensburger verwalteten ihren Vorsprung souverän und freuten sich über einen letztlich ungefährdeten Auswärtssieg.
Löwengebrüll – Stimmen zum Spiel
Ales Pajovic: „Es war ein gutes Spiel mit einem richtig guten Start. Dann hatten wir ein bisschen Hektik und haben Fehler gemacht, womit wir den Gegner zurück ins Spiel gebracht haben. 18 Gegentore sind zu viele. In der Halbzeit haben wir darüber gesprochen und haben dann in den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte überragend gedeckt. Wir kassieren nur elf Tore in der gesamten Halbzeit – das muss unser Ziel sein. Wir haben das Spiel unter Kontrolle gehabt. Ich bin außerdem zufrieden mit der Torhüter-Leistung, auch wenn der BHC noch mehr Paraden hatte. Wir freuen uns über die beiden Auswärtspunkte.“
Markus Pütz: „Man darf nicht den Fehler machen und denken, dass uns eine Fünf-Tore-Niederlage zufriedenstellt. Es gab viele Phasen, mit denen wir nicht zufrieden sein können. Wir wissen, dass bei uns alles passen müsste, um überhaupt für Punkte gegen Flensburg infrage zu kommen. Die zwei Startphasen zeigen, dass wir davon nicht 100-prozentig überzeugt sind. Wir sind bereit, ins Spiel zu gehen. In der zweiten Halbzeit werfen wir in 20 Minuten vier Tore und haben zwölf Paraden von Christopher Rudeck. Er sorgt dafür, dass das Ergebnis nicht noch schlimmer wird – was verdient gewesen wäre, weil Flensburg deutlich besser war. Großer Dank an die Zuschauer, die uns nach dem durchwachsenen Start weiter unterstützen. Fynn Hangstein kam auch gut ins Spiel nach dem Auftakt. Aber so können wir gegen die Rhein-Neckar Löwen nicht ins nächste Heimspiel gehen. Da müssen wir mehr investieren.“
Fabian Gutbrod: „Gerade zu Beginn der beiden Halbzeiten haben wir uns jeweils eine Hypothek aufgehalst, die nicht nötig gewesen wäre. Über die komplette Spielzeit fehlt uns der sogenannte Killerinstinkt, um Flensburg ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Das war noch nicht die Leistung, die wir haben wollen: sportlich nicht, emotional nicht. Wir haben die Leidenschaft nicht auf die Tribüne transportiert. Grundsätzlich ist das gegen Flensburg verschmerzbar, weil wirklich viel passen müsste.“
Bergischer HC – SG Flensburg-Handewitt 29:34 (18:21)
Bergischer HC: Rudeck, Van der Merwe, Oberosler – Becher (2), Da Rocha Viana, Steinhaus (3), Hangstein (10/2), Schöttle, Babak, Hilding (1), Babarskas, Bergner, Kooij (3), Wasielewski (6), Fuchs (3), Püttmann (1). Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
SG Flensburg-Handewitt: Buric, S. Möller – Pytlick (4), Kirkelökke (3), Bergholt (2), Grgic (8/1), Horgen, Volz (1), Jakobsen (6/1), Arnarsson, Blagotinsek, Minne (2), Novak (4), L. Möller (4). Trainer: Ales Pajovic
Schiedrichter: Fabian Friedel und Rick Herrmann
Siebenmeter: 2/3 – 2/3
Zeitstrafen: 2 – 2 (Wasielewski – Minne)