Lukas Stutzke setzt zum Wurf über einen Abwehrspieler hinweg an.
Foto: Andreas Fischer

AUSSENSEITER IN GÖPPINGEN

Aufgrund seiner personellen Probleme sehnt der Bergische HC die Winterpause herbei. „Die Zeit brauchen wir wirklich“, sagt Trainer Jamal Naji. „Trotzdem glauben wir auch am Mittwoch an unsere Chance.“ Die Löwen sind im ersten Spiel der Rückrunde bei Frisch Auf Göppingen (Mittwoch, 19 Uhr, EWS Arena) zu Gast. Als Ergänzung für die dünn besetzte Kreisläufer-Position ist Frederik Sondermann von Zweitligist Bayer Dormagen mit dabei.
Der 18-Jährige steht dem BHC in den letzten beiden Spielen des Jahres als Ausleihe zur Verfügung, so dass er auch am Samstag (17.30 Uhr) im PSD BANK DOME Düsseldorf gegen die HSG Wetzlar für die Löwen antreten wird. Sondermann könnte bereits in Göppingen neben Ivo Santos einziger gelernter Kreisläufer sein. Tom Kare Nikolaisen und Aron Seesing fallen bekanntlich noch länger aus, doch auch der Einsatz von Frederik Ladefoged ist weiterhin fraglich. Der Däne hatte es beim 28:37 in Hannover trotz Rückenbeschwerden probiert, lief aber noch nicht rund. „Er ist guten Mutes – und es liegt in seinem Naturell, dass er es durchzieht, wenn es irgendwie geht. Aber es muss natürlich Sinn ergeben“, sagt Naji.

Abgesehen von den Ausfällen am Kreis und damit auch im Abwehr-Innenblock fehlen weiterhin Elias Scholtes (Rückraum rechts) und Isak Persson (Rechtsaußen). Deutlich weniger Probleme hat Frisch Auf Göppingen. Die Schwaben sind nicht nur gut aufgestellt, sie befinden sich auch in hervorragender Form. Einem 29:29 bei den Füchsen Berlin, was erst den vierten Minuspunkt für die Hauptstädter bedeutete, ließen sie einen maximal spektakulären 32:31-Sieg über die SG Flensburg-Handewitt folgen.

Erik Persson erzielte den entscheidenden Treffer gegen die zuletzt acht Mal in Serie siegreichen Nordlichter per direkt verwandeltem Freiwurf aus schlechtem Winkel und weckte damit Erinnerungen an Mads Andersens Tor zum 32:31 für den BHC gegen die MT Melsungen. „Es gibt ganz sicher bessere Zeitpunkte, um nach Göppingen zu fahren“, meint Naji. „Bei Frisch Auf funktioniert derzeit viel.“

So hebt der Coach Josip Sarac als sehr cleveren Spieler hervor. „Und Sebastian Heymann ist eine große Stütze in der Abwehr.“ Vor allem aber, so Jamal Naji, „hat Göppingen im Moment immer zwei, drei Spieler in seinen Reihen, die überperformen.“ Das war beim BHC zuletzt zum Beispiel gegen Stuttgart (33:28) der Fall, in anderen Partien aber auch nicht.

Bitter angefühlt hat sich die jüngste 28:37-Niederlage in Hannover. „Die TSV hat es schon sehr clever gegen uns gemacht. Wir bekommen viel zu viele Gegenstoß-Tore – über die Gründe kann man sich streiten. Aber es muss zu jedem Zeitpunkt klar und deutlich sein, dass wir in den Rückzug kommen. Auch wenn ich verstehen kann, dass in den letzten Minuten auch die Körner fehlten“, blickt der Trainer zurück. Positiv nimmt er mit, dass es gelang, bis zur 26. Minute sehr gute Lösungen zu erspielen. „Wir haben leider nicht hochprozentig genug getroffen.“

Auch in Göppingen wird sich das BHC-Trainerteam etwas einfallen lassen: „Ganz wichtig wird es sein, dass wir die taktische Disziplin wahren.“ Im Hinspiel ist dem BHC das – in personell anderer Konstellation – gelungen. 33:30 hieß es im Oktober für die Löwen. „Da haben wir sehr hochprozentig angegriffen und die Ruhe bewahrt, als Göppingen noch mal Aufwind hatte.“ In der Vorbereitung auf das Rückspiel spielt die Partie analytisch noch eine Rolle.