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TRENDWENDE VERPASST
Beim TVB Stuttgart erwischt der Bergische HC zwar einen hervorragenden Start, muss sich am Ende aber doch mit 26:27 (11:11) geschlagen geben und hat somit verpasst, einen wichtigen Schritt im Kampf um den Klassenerhalt in der LIQUI MOLY HBL zu gehen.
Der Auftakt war so vielversprechend. Christopher Rudeck parierte die ersten drei Würfe aus dem Feld, dazu provozierte die BHC-Abwehr Stuttgarter Ballverluste und kompensierte damit sogar die nicht immer hohe Effizienz des eigenen Positionsangriffs. 5:1 führten die Gäste, als die Schwaben ihre erste Auszeit nahmen.
Die zahlte sich recht bald aus, auch wenn die Gastgeber im Angriff weiterhin erhebliche Probleme hatten. Rudeck bewahrte bis zur Pause eine Fangquote von mehr als 40 Prozent, trotzdem gelang es dem BHC nicht, den Vorsprung zu halten. Wenn die Mannschaft mit Tempo kam, führten die Angriffe oft zum Erfolg, im gebundenen Spiel kam wenig Fluss auf – was allerdings für beide Seiten galt.
Tomas Babak traf noch zum 11:9, in die Pause ging es aber mit einem 11:11, was angesichts der stärkeren Torhüterleistung unter dem Strich zu wenig aus BHC-Perspektive war. So war es keine Überraschung, dass die Gastgeber nach Wiederbeginn mehr und mehr die Kontrolle übernahmen. Sie trafen oft durch Kai Häfner und scheiterten vor allem viel weniger an Rudeck.
Der Wechsel zu Peter Johannesson beim Rückstand von 16:18 schien sich auszuzahlen. Nachdem Frederik Ladefoged das 17:18 erzielt hatte, hielt der Schwede stark und durfte in den folgenden Sekunden dabei zusehen, wie Lukas Stutzke aufs Tempo drückte und den neuerlichen Ausgleich markierte. Szenen wie diese hatten die Bergischen in der zweiten Hälfte zu wenige, beziehungsweise die nächste Tempospiel-Aktion wurde nicht genutzt.
Es blieb nun vorerst beim Muster, dass die Stuttgarter mit zwei Toren vorlegten, und der BHC verkürzte. Aktivposten Eloy Morante Maldonado traf zum 22:23, Noah Beyer hatte beim Siebenmeter die Möglichkeit zum 23:23, konnte die Großchance aber nicht nutzen.
In der nun schwächsten BHC-Phase leistete sich die Mannschaft Fehlwürfe, während Stuttgart das Ergebnis auf 26:22 vorentscheidend hochschraubte. Drei Blitz-Treffer durch Beyer, zwei Mal aus dem Spiel, ein Mal von der Linie, sorgten aber doch noch einmal für Dramatik in der Porsche-Arena. Die Gastgeber behielten die Nerven, trafen 30 Sekunden vor Schluss zum 27:25 und jubelten nach Djibril M’Bengues Schlusspunkt über den Sieg.
Damit hat der BHC seine zehnte Bundesliga-Niederlage in Serie kassiert und die Trendwende verpasst. Bei drei Punkten Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz bleibt die Lage bedrohlich.
LÖWENGEBRÜLL – STIMMEN ZUM SPIEL
JAMAL NAJI: „Wie man sich vorstellen kann, ist das heute eine sehr schmerzhafte Niederlage für uns. In der ersten Halbzeit verteidigen wir fantastisch, haben diese Qualität aber im zweiten Durchgang leider nicht mehr. Andersherum haben wir große Probleme in der ersten Halbzeit im Angriff, kriegen das aber in der zweiten absolut stabilisiert. Somit haben wir unter dem Strich zwei unterschiedliche Halbzeiten gespielt. Stuttgart hat gute Lösungen gefunden. Sie waren sehr aufmerksam und haben uns immer wieder Probleme bereitet. Wir haben trotzdem unheimlich viel investiert und gekämpft. Daher tut die Niederlage einfach unfassbar weh. Aber – und das ist wichtig für uns – wir sind noch nicht tot. Dieses Bewusstsein müssen wir weiter transportieren und wir müssen weiter an uns glauben. Heute waren viele Dinge gut und die schlechten müssen wir ausmerzen. Wir haben jetzt genug Zeit, uns auf das ganz wichtige Heimspiel gegen Eisenach vorzubereiten und da geht´s weiter.“
MICHAEL SCHWEIKARDT: „Ich bin über die zwei Punkte glücklich. Wir wussten vor dem Spiel, wie der BHC hier auftreten wird und vor allem die Anfangsphase hat uns das dann auch bestätigt. Sie haben wirklich alles für ein gutes Spiel investiert und kommen auch dementsprechend gut rein. Wir haben Probleme im Angriff Lösungen zu finden und gehen so auch zurecht mit 1:5 in Rückstand. Wichtig war dann, dass wir uns in der ersten Halbzeit noch reinkämpfen konnten – vor allem über eine gute Defensivarbeit. Im Angriff waren wir weiter fehleranfällig. Dabei sollte man allerdings auch nicht außer Acht lassen, was für ein Druck auch auf den Spielern lag. Das ist ein unfassbar wichtiges Spiel gewesen und dann passiert da auch etwas im Kopf – dafür habe ich Verständnis. Ich habe den Jungs in der Halbzeit gut zu geredet. Ich habe gesagt, wir müssen an den Dingen dranbleiben, die wir vorbereitet hatten. In der zweiten Halbzeit können wir uns dann vor allem im Angriff gut steigern. Kai Häfner und Adam Lönn, die beide in den ersten 30 Minuten noch ihre Probleme hatten, reißen das Ding dann um und gehen immer wieder voran. Die letzten drei, vier Minuten waren dann der Inbegriff von: ins Ziel retten. Das darf natürlich gerne souveräner sein, aber am Ende zählt nur der Sieg.“
JÖRG FÖSTE: „Wir hatten einen guten Start, eine konsequente Deckung und einen effektiven Torwart. Dann kam es streckenweise zur Wiederkehr der gekannten Muster und folgerichtig zu einer weiteren Niederlage, die ungeheuer schmerzt und den Siegeszwang für die kommenden Wochen spürbar erhöht.“
TVB STUTTGART – BERGISCHER HC 27:26 (11:11)
TVB STUTTGART: Heinevetter, Vujovic – Serrano Villalobos (5), Fernandez Jimenez (3/3), Hanusz, Lönn (5), Ivankovic, Röthlisberger, Nicolaus (2), Forstbauer, Zieker (1), Pfattheicher, Maric (4), Häfner (7), Slaninka. Trainer: Michael Schweikardt
BERGISCHER HC: Johannesson, Rudeck – Nothdurft, Beyer (8/4), Andersen (1), Stutzke (4), Morante (1), Babak (2), Arnesson, Ladefoged (6), Doniecki, M´Bengue (2), Krecic, Fraatz (2), Persson. Trainer: Jamal Naji
SCHIEDSRICHTER: Simon Reich und Hanspeter Brodbeck
SIEBENMETER: 3/4 – 4/5
ZEITSTRAFEN: 2 – 4 (Lönn, Nicolaus – Stutzke (2), Arnesson, M´Bengue)
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